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User Stories sind aus der Perspektive der Benutzer formuliert und erzählen deren Bedürfnisse und Probleme in Form kurzer Geschichten. Dadurch erleichtern sie es den Entwicklern, sich in den Nutzungskontext hineinzuversetzen und Detailfragen selbst zu beantworten. Im Vergleich zu klassischen Spezifikationen sind User Stories weniger detailliert, vermitteln jedoch mehr Kontext und Intention.

Eigenschaften

Laut Ron Jeffries besitzen User Stories die folgenden drei CCC-Eigenschaften:
  • Card: Die User Story sollte auf einer physischen Karte notiert sein, um den Umfang bewusst zu begrenzen.
  • Conversation: Die User Story dient als Grundlage für Gespräche zwischen Entwickler:innen und Product Owner.
  • Confirmation: Es muss definiert sein, wie überprüft wird, ob die User Story erfolgreich umgesetzt wurde (z. B. durch Akzeptanzkriterien).

Formulierung

Ein häufig genutztes Satzschema für User Stories lautet:
“Als <Akteur> möchte ich <Funktion> , damit <Nutzen>.”
Ein Beispiel:
Als Abteilungsleiterin möchte ich jeden Morgen eine aktuelle Geburtstagsliste meiner Mitarbeitenden erhalten, damit ich rechtzeitig Blumen besorgen kann.

INVEST-Prinzip für gute User Stories

Das INVEST-Prinzip hilft dabei, qualitativ hochwertige User Stories zu schreiben:
  1. Independent (Unabhängig): Die Story sollte für sich allein umsetzbar sein.
  2. Negotiable (Verhandelbar): Sie ist nicht in Stein gemeisselt, sondern ein Ausgangspunkt für Diskussionen.
  3. Valuable (Wertstiftend): Sie muss einen Mehrwert für die Benutzer:innen liefern.
  4. Estimable (Schätzbar): Der Aufwand zur Umsetzung sollte abschätzbar sein.
  5. Small (Klein): Die Story sollte klein genug sein, um in einem Sprint umgesetzt zu werden.
  6. Testable (Testbar): Es muss klar sein, wann die Story erfolgreich abgeschlossen ist.

Akzeptanzkriterien

Akzeptanzkriterien legen fest, wann eine User Story als abgeschlossen gilt. Beispiel:
Damit ich rechtzeitig Blumen besorgen kann, möchte ich als Abteilungsleiter Thorsten jeden Morgen eine aktuelle Geburtstagsliste meiner Mitarbeitenden erhalten.
Die Akzeptanzkriterien für diese User Story könnten lauten:
  • Die Liste umfasst alle Mitarbeitenden, die in den nächsten drei Tagen Geburtstag haben.
  • Die Liste ist aufsteigend nach Geburtstag sortiert.
  • Die Liste enthält Vorname, Nachname und Geburtstag.
  • Die Liste erscheint als reine Text-E-Mail in der Inbox.

Epics

Ein Epic ist eine grössere User Story, die mehrere Sprints umfassen kann. Im Gegensatz zu User Stories müssen Epics stets einen Geschäftswert haben. Beispiel:
Damit ökonomische Einkaufsentscheidungen getroffen werden können, möchte ich als Einkäufer:in die Angebote verschiedener Anbieter systematisch vergleichen können.
Epics werden in kleinere User Stories unterteilt, die einzeln umgesetzt werden können.